22. August — 6. September 2026
Ort: Sea Hall · Carrer Verge del Carme, 34, Cala Figuera (Santanyí), Illes Balears, Spanien
Eröffnung: Samstag, 22. August, 19 Uhr
Besichtigung: Die Ausstellung ist jederzeit von der Straße aus einsehbar; persönliche Besichtigungen nach Vereinbarung.
Sea Hall freut sich, Anar a pescar a Cala Figuera zu präsentieren, eine Einzelausstellung des mallorquinischen Künstlers Alex Amengual, kuratiert von Ana Serra. Es ist Amenguals erste Ausstellung in der Galerie und die erste öffentliche Präsentation dieses neuen Werkkörpers, in dem das Fischernetz — der Ort der Begegnung zwischen Mensch und Meer — zugleich Werkzeug und Bild der Malerei wird.
Die Ausstellung zeigt vier Arbeiten, ausgewählt aus einer größeren Serie: gerahmte Malereien auf Papier (62 × 87 cm), entstanden 2026 und hier erstmals zu sehen. Jede beginnt als Meer: Mit Meerwasser aus dem Hafen von Cala Figuera verdünnte Acrylfarbe wird über das Papier geworfen und gespült, so wie sich die See an den Felsen der Cala bricht. Dann werden Netze der Fischer des Hafens durch die nasse Farbe gezogen und gepresst, und schließlich wird ein fotografiertes Netz, auf ein Sieb übertragen, über die vollendete Oberfläche gedruckt — das Menschengemachte im Wechselspiel mit dem Natürlichen. Dasselbe Werkzeug durchläuft so jedes Bild dreimal: als Instrument des Fischers, als Instrument des Malers und zuletzt als Bild selbst. Obwohl mit den Mitteln der Druckgrafik entstanden, sind diese Arbeiten keine Edition — jede ist ein einzigartiges Gemälde, ein einziger Wurf, ein einziger Fang.
Der Titel bewahrt den Ursprung der Ausstellung: Der Künstler zog sich für drei Tage nach Cala Figuera zurück, um zu fischen — nicht nach dem Ertrag des Meeres, sondern nach dem Werk, das es ihm zurückgeben könnte.
Hinter der Ausstellung steht ein größerer Gedanke, der nun zwei Werkkörper verbindet. Für Corpus Terra (2025), derzeit mit der Gruppenausstellung De Meninas Va auf Tour durch die Balearen, mahlte Amengual die Ackererde von Sa Pobla, seinem Heimatort, zu einem Pigment, gebunden mit einem Tropfen seines eigenen Bluts, und druckte damit den Abdruck seines eigenen Körpers — eine Meditation über die Erde, die uns nährt und unsere Toten aufnimmt. Die vorliegende Ausstellung wendet denselben Gedanken dem Wasser zu: Die Menschen des Meeres holen ihre Nahrung aus demselben Wasser, dem sie ihre Toten übergeben. Nahrung und Verlust teilen sich ein einziges Element, und mit diesem Element — buchstäblich, materiell — malt Amengual. Das Land unter uns, das Meer um uns: Zusammen beschreiben die beiden Werkkörper das Inselleben aus der Sicht eines Insulaners — eine Untersuchung, die der Künstler weit über Mallorca hinaus fortführen will.
Über den Künstler
Alex Amengual (Mallorca, 1970) ist ein bildender Künstler, der in Sa Pobla und London lebt und arbeitet. Seine Arbeit ruht auf einer Überzeugung, die von vier Jahrzehnten hinter der Kamera geformt wurde: dass die Schönheit der Oberfläche das Geringste ist, was ein Bild enthalten kann — und dass das, was in einem Werk bleibt, seine emotionale Ladung ist. Die Fotografie bleibt Teil seiner Praxis, nicht als Ziel, sondern als Instrument: Die Kamera überträgt Elemente der natürlichen Welt — den Körper, die Erde, ein Fischernetz — auf das Sieb, von dem aus sie von der Hand ins Werk zurückkehren.
Sein Thema ist die Bindung zwischen Mensch und Ort, verhandelt durch die physische Materie des Ortes selbst. Für Corpus Terra (2025) mahlte er die Ackererde von Sa Pobla — dem Ort, an dem er lebt, an dem sein Sohn geboren wurde und sein Vater starb — zu einem Pigment, gebunden mit einem Tropfen seines eigenen Bluts, und druckte damit den Abdruck seines eigenen Körpers: eine Meditation über Gegenwart, Dauer und die Erde, die uns nährt und die uns aufnimmt. Ein neues Werk führt ihn nun vom Land an die Küste und aufs Meer: Malereien aus Acryl, verdünnt mit Meerwasser, bearbeitet mit Fischernetzen, über die ein fotografiertes Netz gedruckt wird — das Menschengemachte im Wechselspiel mit dem Natürlichen. Zusammen beschreiben die beiden Werke das Inselleben aus der Sicht eines Insulaners — die Einheit des Landes unter uns und des Meeres um uns — eine Untersuchung, die sich weiter ausdehnt. Als Sohn eines Künstlers versteht Amengual diese Aufmerksamkeit für das, was bleibt — von einem Ort, von einem Menschen, von einer Geste — als ein Erbe.
Amengual hat in Spanien, im Vereinigten Königreich und in den USA ausgestellt. Corpus Terra wurde erstmals im Can Corró, Sa Pobla (2025) gezeigt und tourt derzeit mit der Gruppenausstellung De Meninas Va, die 2026 in der Casa de Cultura (Felanitx), im Centre d’Art Sa Quartera (Inca), in Sant Crist (S’Arracó) und in der Sala de Plens des Rathauses von Andratx zu sehen war und jetzt in der Sala del Roser (Ciutadella, Menorca) zu sehen ist. Die Gruppenausstellung Reinterpretant Sant Antoni, ebenfalls laufend, war in Can Soler (Sa Pobla) und Ca na Polida (Campanet) zu sehen. Frühere Ausstellungen umfassen das Centro Cultural Sa Nostra, Palma (2002), Projectile Arts, New York (2003), sowie Galerien in Manchester und Schottland. Seine Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen im In- und Ausland.
Kontakt / Presseanfragen
Ausstellung: Alex Amengual: Anar a pescar a Cala Figuera
Laufzeit: 22. August — 6. September 2026
Ort: Sea Hall, Carrer Verge del Carme, 34, Cala Figuera (Santanyí), Illes Balears, Spanien
Eröffnung: Samstag, 22. August 2026, 19 Uhr
Besichtigung: jederzeit von der Straße aus einsehbar; persönliche Besichtigungen nach Vereinbarung
Kontakt: Ana Serra (Sea Hall) — seahallstudio@gmail.com — +34 644 57 37 99
Künstler: www.amengual.com
Alle Bilder, einschließlich Installationsansichten und einzelner Arbeiten, sind auf Anfrage erhältlich: seahallstudio@gmail.com.